DIE STARS DES SBR - JAROSLAV POUZAR
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Beim SB Rosenheim spielte im Laufe der letzten 14 Jahre eine ganze Reihe von Kanadiern (man denke nur an Rick Bourbonnais, Dale Derkatch oder Robin Laycock). Kurioserweise war jedoch der SBR-Spieler mit den größten NHL-Erfolgen ein Tschechoslowake: Jaroslav Pouzar. Noch ein Rekord: Pouzar war der älteste Crack, der je das Marox-Dress trug. Bei seinem offiziellen Abschied 1990 war er immerhin 38 Jahre alt, als er später für den verletztcn Gord Sherven einsprang, fast 40! Kontinuität wurde groß geschrieben in Pouzars Eishockey-Karriere. In seinem Heimatland spielte er nur für einen einzigen Klub: Motor Ceske Budejovice(Budweis). Bereitsalsknapp 18jähriger schaffte er den Sprung in die damalige Eliteliga, und bis 1982 blieb er den Böhmen 13 Jahre lang treu. l 86mal trug er in dieser Zeit das Nationaltrikot, feierte 1976 in Kattowitz den WM-Titel, schaffte es aber nie, CSSR-Meister zu werden. 1982, als Prag für ältere, verdiente Spieler die Grenzen öffnete, wagte Pouzar mit 30 Jahren das große Abenteuer: den Wechsel in die NHL, noch dazu zu einem Spitzenklub. Die Edmonton Oilers scheiterten in seinem ersten Jahr noch an den New York Islanders, doch in den nächsten beiden Jahren konnten sich die Männer um Wayne Gretzky zweimal als Sieger auf dem StanleyCup eingravieren lassen. Auch im PlayOff 1987 half Pouzar, als er schon in der Bundesliga spielte, noch bei den Oilers

    Jaroslav Pouzar

aus. Insgesamt schoß er in 215 NHL-Matches 40 Tore und verbuchte 52 Assists. 1985 kehrte er aus familiären Gründen nach Europa zurück zum aufstrebenden ECD Iserlohn. Nicht von ungefähr feierten die Sauerländer mit ihm die erfolgreichste Saison ihrer Vereinsgeschichte: einen vierter Platz, punktgleich mit dem SBR, und den Einzug ins PlayOff-Halbfinale). Daß der exzellente Center beim SBR landete, das ist einer Kombination zweier "glücklicher" Umstände zu verdanken. Erstens zog der ECD mitten in der Saison 1987/88 sein Team aus der Liga zurück (auch Oberst Gaddafi konnte nicht helfen), und zweitens suchte der SBR nach Merkoskys Rausschmiß einen zweiten Legionär.

    Stammverein: Motor Budweis
    Weitere Klubs: Edmonton Oilers, ECD Iserlohn, Augsburger EV
    Beim SBR: Dezember 1987 bis 1990 (und November 1991)
    SBR-Bilanz: 110 Spiele, 46 Tore, 94 Vorlagen, 126 Strafminuten
    Rückennummer: 24
    Außerdem: 62 Erstligatore für Iserlohn und 35 Zweitligatore für Augsburg
    Länderspiele: 186 (für CSSR)

Skeptiker gegenüber dem "Eishockey-Opa" sahen sich bestätigt, als der sich nach nur zwölf Spielen verletzte und dadurch "nur" auf 14 Skorerpunkte kam. Das SBR-Management hatte jedoch genug gesehen, um Pouzar für die kommende Saison weiterzuverpflichten. Und er bedankte sich mit einer entscheidenden Rolle im Meisterteam von 1989. Durch Höfners schwere Verletzung zum Center Nummer eins avanciert, war der Oldie Topskorer und zweitbester Torschütze. Seine Play-Off-Leistung zählte zum Besten, was man vor Dale Derkatch in Rosenheim sah.
Nach einem weiteren Jahr beim SBR - Pouzar fühlte sich noch zu jung zum Aufllören - wechselte er zum Augsburger EV und bildete dort mit SBR-Junior Bernd Kühnhauser ein Sturm-Traumpaar. Es gab viele jüngere Ausländer in derZweiten Liga, doch kaum einen besseren. Danach hängte der "Jaro" seine Schlittschuhe (fast) endgültig an den Nagel - aber eben nur fast - , um seine Kenntnisse vom Eishockey, wieder in Rosenheim, an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Denn als Gord Sherven verletzt passen mußte, sprang Pouzar für fünf Spiele noch einmal ein - und erzielte noch ein Bundesligator, sein 108. und unwiderruflich letztes. Nach einem Jahr als Nachwuchscoach beim SBR kehrte er in seine tschechische Heimat zurück.

Quelle :
Sudden Death - 14 Jahre SB DJK Rosenheim in der 1.Eishockey Bundesliga von Edgar Scholtz und Manfred Eder
erschienen 1992, Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim

Die Statistiken sind aufgrund des Erscheinungstermins des Buches auf dem Stand von 1992!!!


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